Welche Worte bleiben, wenn die Welt zerbricht?
Zwischen dem 6. und 9. August 1945 wurden Atombomben abgeworfen, die die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki zerstörten.
Nie zuvor war der Mensch in der Lage gewesen, eine derart gewaltige Zerstörungskraft freizusetzen – so sehr, dass sowohl die Opfer als auch die Verantwortlichen der militärischen Aktion sprachlos zurückblieben.
Was die Menschen in Hiroshima und Nagasaki sahen, überstieg bei weitem ihre Fähigkeit, es zu beschreiben.
Nur bestimmte alte Darstellungen der Hölle – so berichteten einige Überlebende – konnten annähernd vermitteln, was an jenem Tag ihre Augen unauslöschlich geprägt hatte.
Gerade weil die Bedrohung eines Atomkriegs nicht zu einer Erinnerung der Vergangenheit geworden ist, sondern weiterhin besteht, erscheint es notwendig, heute an jene Sommertage zu erinnern und den Faden eines Wahns nachzuzeichnen, der seitdem kein Ende gefunden hat.
Paolo Miorandi und Michele Bonifati tun dies mit Worten und Musik in Lessico di Hiroshima.
Die Lesung basiert auf dem gleichnamigen Buch von Paolo Miorandi, das 2015 im Verlag Il Margine erschienen ist und nach einer langsamen und intensiven Auseinandersetzung mit den Orten der Katastrophe sowie den Erinnerungen von Orten, Dingen und Menschen entstand.
Die Stimme des Autors verbindet sich mit den Klängen von Gitarre und Elektronik von Michele Bonifati.
Paolo Miorandi wurde in Rovereto geboren und lebt dort. Er arbeitet als Psychotherapeut und widmet einen Teil seiner Zeit dem Schreiben.
Michele Bonifati lebt und arbeitet in Modena. Als Gitarrist und Komponist absolvierte er das Konservatorium in Parma, unterrichtet E-Gitarre und spielt in verschiedenen Jazzensembles und Gruppen, mit denen er Alben aufgenommen und an Festivals in Italien und im Ausland teilgenommen hat.